Um 04:47 Uhr zeigt ein Monitor in Houston eine Abweichung von minus 0,3 Prozent. Knapp drei Stunden sp ter f llt weltweit der Strom aus.
Ellen Vance ist mathematische Epidemiologin. In der Nacht wertet sie im Rechenzentrum ihres Instituts die F rderdaten aus dem Golf von Mexiko aus und findet ein Muster, das unter der Meldeschwelle liegt. Alle sieben Stunden sinkt die Viskosit t des Roh ls, jedes Mal ein wenig schneller.
Zur selben Zeit zieht Bohringenieur Marcus Reed auf der Plattform Titan-Alpha den Mei el aus dem Bohrloch. Daran klebt ein schwarzgr ner Schleim, der s lich riecht. Der Hubschrauber, der die Probe nach Houston bringen soll, st rzt vor seinen Augen ins Meer. Der Treibstoff hat sich im Tank zersetzt.
Der Organismus hei t K-77. Er lebt von Kohlenwasserstoffen und verdoppelt sich in weniger als zwanzig Minuten. Mit dem l reist er um die Welt, Tanklaster aus Rotterdam bringen ihn nach Frankfurt, M nchen und Hamburg. Er zersetzt Kerosin und Diesel, danach die Kunststoffisolierung der Kabel. Die Krankenh user hoffen auf ihre Notstromaggregate, doch deren Diesel wird zu Schlamm.
Ellen flieht mit zwei Kollegen aus dem Institut. Sie haben eine Festplatte mit der H lfte ihrer Daten und ein Ziel: eine Wetterstation am Pikes Peak in Colorado. Unterwegs merken sie, dass Benzin bald ihr kleinstes Problem ist. K-77 ist im Grundwasser angekommen. Jede Quelle kann die n chste sein, die umkippt.
VISKOSIT T NULL erz hlt vom Morgen, an dem das lzeitalter endet, und von der Zeit danach. Im wissenschaftlichen Anhang steht, welche Mechanismen real sind und wo die Erfindung beginnt.
Vom Autor von YEDOMA und Wenn die Bienen verstummen.