So ahnten auch die Bewohner von Berlin einmal nicht, in wie hohem Ma e man sie zu Weltst?dtern bestimmt hatte. Selbst als drau en schon die Str?nge der Eisenbahn die Welt zu verstricken begannen, barg sich die gr?ne Stadt an der Spree noch arglos im Netz der Behaglichkeit. Neben den niedern Giebelh?usern reiften Kohl und Johannisbeeren. Unter schattigen B?umen trank man seinen Milchkaffee. Und zwar in langsam bek?mmlichen Schl?cken. Tief waren die Tassen, gro die Semmeln, lang die Pfeifen. Ruhig die Stra en, friedlich die Pl?tze. Dick und fest die Grenzmauern. Keinem Berliner w?re es damals eingefallen, durch die Luft fliegen zu wollen. Gemessen und sorgsam bewegte man sich ?ber das holprige Pflaster. Im Sommer hatte man Gras und Wiesenblumen auszubiegen. Im Winter verboten Schlamm oder Glatteis jede ?bertriebene Eile. Keinem kam es in den Sinn, sich ?ngstlich zu berechnen, da eine einzige Minute sechzig kostbare Sekunden umschlo . Aus dem einfachen Grunde, weil man von den Sekunden ?berhaupt noch keinen Gebrauch machte. Obwohl man sonst durchaus nicht verschwenderisch war. Auch wenn man das Geld dazu hatte, kaufte man nicht mehr, als man brauchte. Man verlangte von den Menschen sowie den andern n?tzlichen Gegenst?nden nicht, da sie sch?n und gl?nzend waren, sondern praktisch und dauerhaft. - In jenen Tagen war es, wo beinahe jeder in Berlin wu te, da es die besten Kleiderstoffe bei Klaus Spreemann am D?nhoffplatz gab. Das war einem ebensogut bekannt, wie man wu te, da mittwochs und sonnabends Markt war. Oder da man seine Fische vor der Spittelkirche kriegte.
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