Die "Ereignisse nach Homer", die Quintus Smyrnaeus wohl im 3. Jh. n.Chr. in seinem griechischen Epos Posthomerica beschreibt, sind ein Versuch, die L cke zwischen Ilias und Odyssee zu schlie en und die bis dahin verstreut berlieferten Berichte ber den Kampf um Troja erz hlerisch zu vereinen. Obschon das Epos in k nstlerischer und popul rer Rezeption (wie in Gustav Schwabs Sch nsten Sagen des klassischen Altertums) breit gewirkt hat, fand eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Posthomerica bislang nur am Rande statt.
Der vorliegende Sammelband arbeitet unter Ber cksichtigung moderner Forschungsans tze intertextuelle Dialoge, narratologische Eigenheiten und stilistische wie inhaltliche Besonderheiten heraus. Die 16 Beitr ge geben einen Einblick in werkimmanente Aspekte (Spannungsaufbau, Poetologie, Erz hltechnik) und untersuchen den Einfluss des literarischen Umfelds und insbesondere der Zweiten Sophistik auf Quintus anhand von werk bergreifenden, intertextuellen Fragestellungen und Fragen der Gattungsgeschichte: Wie l sst sich Quintus innerhalb der epischen Tradition einordnen, welchen Einfluss hat sein Werk auf sp tere Epen der Kaiserzeit, wie erfolgreich ist sein Programm des Br ckenschlags zwischen Ilias und Odyssee letztlich gewesen?