Ein f nfzehnj hriger Junge im Venetien der Nachkriegszeit. Ein Sohn, der auf der Suche nach seinem Vater in sein Heimatdorf zur ckkehrt und dort nur Geister vorfindet. Zwei Werke, die im Abstand von vier Jahren und zehntausend Kilometern entstanden sind: "Il ragazzo morto e le comete" von Goffredo Parise (1951) und "Pedro P ramo" von Juan Rulfo (1955), die in diesem Aufsatz auf drei gemeinsame Str nge zur ckgef hrt werden. Der erste ist biografischer Natur: Beide Autoren sind von einem urspr nglichen Bruch gepr gt, der sich in eine universelle Poetik verwandelt hat. Der zweite betrifft die Wahl des Genres: Das Fantastische ist kein Schmuck, sondern Struktur; die Toten steigen aus der Erde empor, weil eine so brutale Realit t nicht mit den Mitteln des Realismus erz hlt werden kann und nur das Absurde nun die letzte Hoffnung ist. Der dritte ist formaler Natur: Durch Chronotope des Bewusstseins und filmische Montage entwickeln sie eine Sprache, die das auszudr cken vermag, was sonst unausgesprochen bliebe, um einer Welt Gestalt zu verleihen, die immer noch die unsere ist, in der Einsamkeit, Verwaistsein, Kommunikationsunf higkeit und Gewalt die Norm sind. Diese Romane gemeinsam neu zu lesen bedeutet, sich mit Werkzeugen auszustatten, um in der Gegenwart zu leben, ohne den Glauben an das Wort aufzugeben - jenen Riss in der Stille, der die einzig m gliche Form des Widerstands ist.
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