Lange Zeit blieb die fr hneuzeitliche Rede vom J ngsten Gericht weitgehend unbeachtet. Dies gilt sowohl f r die Topik des Letzten Gerichts nach den Werken bei Luther und im Luthertum der Fr hen Neuzeit, als auch f r die Frage nach inter- und transkonfessionellen Ph nomenen mit Bezug zur Thematik des Endgerichts.
Die vorliegende Arbeit untersucht im breit angelegten Zugriff fr hneuzeitliche, haupts chlich deutschsprachige Texte verschiedener konfessioneller Provenienz, in denen vom J ngsten Gericht die Rede ist. Dabei werden diverse Gesichtspunkte und Kontexte beleuchtet und vielf ltige literarische Gattungen in die Untersuchungen einbezogen.
Es zeigt sich, dass die verschiedenen Aspekte des Theologumenons des Endgerichts (das von Martin Luther und den fr hneuzeitlich-lutherischen Theologen durchaus als Gericht nach den Werken verstanden wird) zum einen zur Profilierung konfessioneller Identit t bzw. zur Abgrenzung gegen ber anderen Konfessionen oder Nonkonformisten herangezogen werden, zum anderen konfessions bergreifende Traditionen darstellen, mitunter Gegenstand interkonfessionellen Austausches sind - und als gemeinsame Basis f r die Kooperation zwischen Angeh rigen verschiedener Konfessionen dienen k nnen.