Was w re, wenn eine Kunststunde genau mit einem respektlosen Kommentar beginnen w rde?
"Das k nnte ich auch."
"Sieht aus, als w re das in zehn Minuten gemacht worden."
"Der ohne Ohr?"
"Aber das ist doch ein Pissoir "
"Das ist nur eine Kritzelei "
"Sieht aus wie ein Videospiel."
In der 3B einer italienischen Mittelschule kommen die gro en Werke der modernen Kunst nicht leise ins Klassenzimmer. Sie erscheinen in Form von unbequemen Fragen, spontanen Bemerkungen und ratlosen Blicken.
Adriano Guerra ist Kunstlehrer. In seiner Klasse sitzen Mattia, provokant und unberechenbar; Alma, sensibel und still; Edoardo, so gewissenhaft, dass es schon an Angst grenzt; Greta, Sofia, Lorenzo, Davide und Pollock, der Hund, der unter dem Lehrerpult schl ft.
Von Monet bis C zanne, von Van Gogh bis Munch, von Picasso bis Duchamp, von Pollock bis Warhol, von Haring und Basquiat bis hin zu Kusama und Marina Abramovic - jedes Kapitel beginnt mit einer Reaktion, einer echten Erfahrung der Jugendlichen, und verwandelt sie in eine Reise durch ein Kunstwerk, einen K nstler und eine andere Art, die Welt zu betrachten.
Durch Dialoge, unerwartete und improvisierte Unterrichtsstunden, endlose Klassenkonferenzen, Missgeschicke, Ironie und Momente berraschender Intensit t begleitet Der Kunstlehrer die Leserinnen und Leser durch die moderne Kunst - in einer einfachen und zug nglichen Sprache. Die Werke werden zu Gelegenheiten, ber Wahrnehmung, Verletzlichkeit, Identit t, Vielfalt, Scham, Mut, Zugeh rigkeit, Aktivismus und kreative Freiheit zu sprechen.
Der Kunstlehrer ist ein Roman f r alle, die glauben, moderne Kunst nicht zu verstehen, f r diejenigen, die sie unterrichten, f r diejenigen, die ihr mit Skepsis begegnen, f r alle, die mindestens einmal gesagt haben: "Das k nnte ich auch", und f r diejenigen, die bereit sind, noch ein paar Sekunden l nger vor etwas stehen zu bleiben, das sie nicht verstehen.
Denn Kunst zu verstehen dient nicht nur dazu, gebildeter zu werden.
Es hilft uns, uns selbst zu verstehen.