Unser Adjektiv bescheiden und das abgeleitete Substantiv Bescheidenheit haben eine wechselvolle Geschichte. Zugrunde liegt ein mittelhochdeutsches Verbum bescheiden, das "trennen, auseinanderhalten, differenzieren" bedeutete. Wer ber die F higkeit dazu verf gte, war bescheiden. F r dieses Adjektiv (urspr nglich Partizip vom Verb) entwickelte sich die Bedeutung "klug, vern nftig". Und wer ber diese Eigenschaften verf gt, ist "bescheiden" im heutigen Wortsinn. Neuerdings entstand auch eine pejorative Verwendungsweise. In einem zweiten Teil der Darstellung wird der Frage nachgegangen, wie das Wort bescheiden in W rterb chern des Deutschen (Grimm, Duden, Digitales W rterbuch der Deutschen Sprache = DWDS) behandelt wird. Daran schlie en sich Beobachtungen und Bewertungen der aktuellen W rterbuchsituation, die f r das letztgenannte Werk eher bescheiden (in der j ngsten Wortbedeutung) ausfallen.