Kurzfassung (epitome), Sammlung (sylloge), Auswahl (anthologia), Kommentar (hypomnema) und Glossar (glossai) sind derivative Textsorten, mit denen sich die Forschung bislang vor allem in thematisch eng fokussierten Spezialuntersuchungen besch ftigt hat. Der wichtige Dienst aber, den diese Texte im literarischen Feld der Antike grunds tzlich leisten, wurde noch nicht hinl nglich gew rdigt.
Zum ersten Mal werden in dieser Studie die genannten Textsorten zusammen in den Blick genommen und als Auspr gungen eines allgemeineren Ph nomens verstanden: Als dienende 'Auxiliartexte' tragen sie auf verschiedene Weise dazu bei, dass wichtige Prim rtexte verf gbar, bew ltigbar, verst ndlich und relevant bleiben, auch nachdem sie sich aus ihrem urspr nglichen Produktions- und Rezeptionskontext gel st haben.
Zun chst wird hier das Konzept der 'Auxiliartexte' entwickelt. Dann richtet sich der Blick auf die literarische Praxis; analysiert werden knapp drei ig griechische und lateinische Auxiliartexte - unter besonderer Beachtung ihrer Pro mien - aus mehreren Jahrhunderten und Fachdisziplinen. Schlie lich werden die bemerkenswerte Allgegenwart und textsortenm ige Ausdifferenzierung von Auxiliartexten kommunikationstheoretisch erkl rt.