Das Wort, Wissenschafter' erscheint im Druck erstmals vor etwa 400 Jahren. Theologen setzten es in herabwurdigender Tonart ein, doch andere Autoren verwendeten es anerkennend. Fur unfreundliche oder ironische Tone entstanden Varianten. Lexikographen des 19. Jahrhunderts waren sich einig, dass, Wissenschafter' das wohlwollende Wort sei, Wissenschaftler' das abfallige fur Stumper. Zahllose Autoren entsprachen dem, doch manche erlernten die Differenz nicht. Im 20. Jahrhundert entsteht eine Spaltung des Wortgebrauchs. Wahrend die Schweiz und Osterreich die Unterscheidung bewahren, verschwindet in der Bundesrepublik und in der DDR die freundlichere zu Gunsten der abfalligen Bezeichnung. Bekannte Worterbucher fuhren sie als nicht zu beanstanden auf. Varianten werden als alpine Absonderlichkeit weggeschoben. Vielerlei spricht dafur, dass der "reichsdeutsche" Ausdruck eines jener Worter darstellt, welche Dolf Sternberger im 'Worterbuch des Unmenschen' "Trummerstucke" nennt, die nach der NS-Gewaltherrschaft im Wortschatz steckenblieben.
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