Anna Helen Mahler-Aszkanazy (1893-1970) verl?sst einen Tag nach dem "Anschluss", am 13. M?rz 1938, ihre Geburtsstadt Wien. Mit den beiden T?chtern Leonore und Elisabeth fl?chtet sie vor dem nationalsozialistischen Regime. Sie gelangen zun?chst in die Schweiz. Ihr Mann Simon Aszkanazy bleibt zur?ck und wird am 18. M?rz ermordet. In der neuen Heimat Kanada schreibt Anna Helen Mahler-Aszkanazy zwischen 1956 und 1958 ihre Erinnerungen an die Zeit in Wien nieder. Das Typoskript widmet sie ihrer Enkelin, die es zum 17. Geburtstag erh?lt. Es ist ein authentisches Zeitdokument, das rund vier Jahrzehnte, von der Jahrhundertwende bis zum Ende der 1930er Jahre, pr?zise, ernst, ironisch und immer aus der Sicht einer wachsamen, kritischen Zeugin erz?hlt.
Eine Konstante in Mahler-Aszkanazys Leben ist ihr konsequenter Einsatz f?r die Frauen und deren Zugang zu Politik und Bildung. Seit 1928 ist sie Mitglied der Frauenliga f?r Frieden und Freiheit. Im Jahr 1931 gr?ndet sie die Politische Schule f?r Frauen, die es sich zum Ziel setzt, Frauen auf politische Aufgaben vorzubereiten. Die 1941 in Kanada ins Leben gerufene Women's School for Citizenship setzt diese Absichten fort. In ihren Erinnerungen schildert sie auch Begegnungen mit bedeutenden K?nstlern und Politikern ihrer Zeit: Oskar Kokoschka, Albert Einstein, Stefan Zweig, Karl Renner, Rosa Mayreder, Irene Harand, Sir Galahad und vielen anderen.
Anna Helen Mahler-Aszkanazy stirbt am 17. Mai 1970 in Kanada. Ihre Asche wird im Pazifik verstreut.