Ein M dchen wird gefeiert.
Doch alles, was sie verbergen will, kommt dadurch erst ans Licht.
Mila Seifert ist sechzehn und kennt die Regeln am Lessing-Gymnasium genau: Wer nicht dazugeh rt, darf keine Angriffsfl che bieten. Keine falsche Adresse. Keine alten Pullis. Keine Fragen nach Geld, Familie oder Zuhause. Also h lt Mila ihr Leben klein, kontrolliert und m glichst unsichtbar.
Bis ihre Deutschlehrerin einen ihrer Texte vor der Klasse vorliest.
Pl tzlich klatschen alle. Frau Winter spricht von Talent, von Sichtbarkeit, von einem Jugendstipendium. Die Sch lerzeitung will ein Interview. Im Rathaus wartet ein Pressetermin. F r andere w re das der Anfang von etwas Gro em. F r Mila ist es der Moment, in dem ihr sorgsam gebautes Leben Risse bekommt.
Denn Sichtbarkeit bedeutet Fragen. Wo wohnst du wirklich? Warum kommst du nie spontan mit? Warum wirkt Hilfe f r dich wie Mitleid? Und warum klingt jede kleine Ausrede irgendwann wie ein Beweis?
W hrend Aylin versucht, Mila nah zu bleiben, Levin zu genau hinsieht und Carla jede Unsicherheit registriert, w chst der Druck. Zu Hause stapeln sich Rechnungen. Timos Klassenfahrt steht auf der Kippe. Eine geliehene Bluse f hlt sich an wie eine Entlarvung. Und ausgerechnet in dem Moment, in dem Mila ffentlich als Hoffnungsgeschichte erz hlt werden soll, trifft sie eine Entscheidung, die alles gef hrdet.
Als Geld aus der Klassenkasse fehlt, kippt Bewunderung in Verdacht. Freundschaft wird zur Pr fung. Schweigen wird zur Schuld. Und Mila muss erkennen, dass man nicht nur f llt, wenn andere einen sto en.
Wenn du f llst, sieht es jeder ist ein eindringlicher Jugendroman ber Scham, soziale Herkunft, Freundschaft, Verrat und den schmerzhaften Mut, endlich die Wahrheit auszuhalten.