"Vergessen" ist keine gew hnliche Katastrophengeschichte, sondern eine ersch tternde Reise in die dunkelsten Tiefen der menschlichen Seele. Das Werk portr tiert Los Angeles als eine Stadt, die unter einem grauen, bleiernen Nebel verloren ist, gefangen im Griff eines kollektiven spirituellen Selbstmords. Diese Plage treibt Individuen dazu, ihre Namen, ihre Vergangenheit und vor allem das eine einzigartige Band zu vergessen, das sie menschlich macht: ihr Gewissen.
Die Geschichte von Ethan Sorrell, dem kalten, rationalen "Maschinenmenschen" der Finanzwelt, beginnt damit, dass er das Geburtstagsritual seiner Frau Clara vergisst. Was wie ein einfaches pers nliches Versagen erscheint, wird bald zum ersten Anzeichen der allm hlichen Ausl schung der Welt. Die letzten Worte seiner Frau an ihn - "Vergessen ist nicht immer nat rlich, Ethan. Manchmal ist es eine Wahl" - kn pfen den philosophischen Knoten dieses dystopischen Albtraums.
Der Roman stellt Ethans Suche nach pers nlicher Erl sung der nihilistischen Philosophie von Malcolm Price gegen ber, der d monischen Figur der Zeit, die eine Doktrin der "gewissensfreien Freiheit" predigt. F r Price ist Schmerz ein Fehler und Erinnerung eine Fessel; Vergessen ist die Befreiung selbst. Doch Ethan und seine Gef hrten, der "Kreis der Erinnerer", argumentieren, dass Schmerz, Leid und Gewissen die einzigen wahren Beweise menschlicher Existenz sind. Dies ist ein Kampf, der vom Geist Dostojewskis gefl stert wird: Wenn es ein Verbrechen gibt, ist die Bestrafung unvermeidlich - und diese Bestrafung wird im Gef ngnis des eigenen Geistes vollzogen.
Ethans Reise von Los Angeles nach Houston und dann nach Detroit ist nicht nur eine Suche nach seiner Frau; es ist eine Suche nach einer Antwort auf die tiefgr ndigste moralische Frage der Menschheit: Ist es besser zu leben und die Last von Schuld und Leid zu tragen, oder sich in einem gewissensfreien Frieden aufzul sen?
Dieser Roman, der verk ndet, dass in einem von Vergessen regierten Zeitalter Erinnerung eine Revolution und Leiden die h chste Form der Hingabe ist, ist ein eindringliches, unvergessliches dostoewskianisches Drama. In dieser zutiefst pers nlichen und doch universellen Geschichte wird der Leser entdecken, dass die Annahme der schweren, konstruktiven Last des Gewissens die einzige Heilung ist, die f hig ist, die Menschheit zu retten.