Vorliegende komparatistische Studie bringt in einem Diskursfeld von Raum- und Zeittheorien zwei Autoren der europaischen literarischen Moderne in einen Dialog, der historisch nicht stattgefunden hat. Dabei wird die Kubismustheorie Carl Einsteins fur eine neue Deutung von Marcel Prousts Romanwerk 'A la recherche du temps perdu' genutzt. Unter dem Aspekt von Einsteins Theorie erscheint Erinnerung nicht als Episode, sondern als 'totale' Konzeption. Die Werkgestalt ist die Synthese eines fiktiven Erinnerungsprozesses, bei der die Eigenschaften der Erinnerung zu Modalitaten des Schreibens werden. Beide, Einstein und Proust, leiten die Begrundung der kunstlerischen Totalitat von der Ganzheitlichkeit unseres Bewusstseins her.
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