Die Antike scheint sich in Nordspanien bis in das 11. Jahrhundert kontinuierlich fortgesetzt zu haben, wie der Konventionen sprengende Antikengehalt der Skulptur in den drei Pilgerwegkirchen in Jaca, L on und Santiago zeigt. Voraussetzung war die gro e k nstlerische Freiheit, die aufgrund besonderer historischer Faktoren entlang des Pilgerwegs herrschte. Die Bildhauer traten in direkten Wettstreit mit antiker Skulptur. Durch das Nachvollziehen eines Orestes-Sarkophags aus dem 2. Jahrhundert vermochte es eine einzige K nstlergeneration, den Stil der Romanik nahezu allein aus der anverwandelten Antike heraus zu entfalten.
Der Autor betrachtet erstmals den Gesamtbestand der an antiken Formen orientierten Skulptur des 11. Jahrhunderts am Jakobsweg, die einen neuen Erfahrungs- und Handlungsraum er ffnete.