Kann man den literarischen Text vom wissenschaftlichen Text strikt unterscheiden? Kann man die Grundoperationen der literaturwissenschaftlichen Arbeit - Lesen/Schreiben - von den Grundoperationen der Literatur - Lesen/Schreiben - trennen? Welchen Einflu hat die Literatur auf ihre Beschreibung und umgekehrt? Stellenlekt re zeigt anhand von zwei zentralen Verfahren der Lekt re (Stelle und Analogie), die in den philologischen Disziplinen so evident als auch nicht beachtet sind, wie die Lekt re von Theorie in Literatur umschl gt und vice versa. Da Diskurse in G rten und Wolken in Theorien umschlagen, demonstriert die Lekt re von Adalbert Stifters Der Nachsommer und Michel Foucaults Die Ordnung der Dinge .
Der erste Teil der Arbeit diskutiert das Konzept der Selbstreferenz im kritischen Vergleich von Systemtheorie (N. Luhmann) und deconstruction (J. Derrida, P. de Man), die Analogie als selbstreferentielles Verfahren der Lekt re und den Zusammenhang von Romantheorie und Wissenssoziologie. Der erste Teil ist "Theorie der Lekt re", verspricht eine der regelm igen Dissertationen (Laurence Sterne) zu werden. Der zweite Teil der Arbeit ist die "Lekt re der Theorie". Er zeigt an den Komplexen Ordnung/Mathematik/Sprache, Wissenschaft/Kunst/Literatur und den impliziten Lekt reanweisungen (Rhetorik der Schrift und der Lekt re), die den Nachsommer und die Ordnung der Dinge auszeichnen, die Unwiderstehlichkeit der Stelle. Ich habe in den 80 analysierten Aufs tzen genau 16858 Stellen gefunden, an denen in der Sprache der Literaturwissenschaftler typische Elemente der Dichtungssprache im definierten Sinne verwendet werden. (Hartmut Fricke) Stellenlekt re verspricht, da nicht nur Z hlbares dabei herauskommt.