Es gibt kaum eine franz sische K nigin, ber die so zahlreiche Biografien vorliegen wie ber Anna von sterreich. Gleichwohl beschr nken sie sich meist auf eine Nacherz hlung der politischen Ereignisse, ohne der K nigin und ihrer tats chlichen Bedeutung wirklich gerecht zu werden. Basierend auf einer erstmals grundlegend durchgef hrten Betrachtung von Anna von sterreichs Patronagepolitik unter besonderer Ber cksichtigung der Aspekte Inszenierung, Hof und Freundschaft, ist die vorliegende Studie daher bem ht, sich eingehender mit ihrer Person, aber auch mit den grunds tzlichen Handlungsspielr umen weiblicher Herrschaft in der Fr hen Neuzeit auseinanderzusetzen. Dabei wird ein begrifflicher und methodischer Ansatz zugrunde gelegt, der dem nachweislich weit gefassten Verst ndnis von Patronage im 17. Jahrhundert Rechnung tr gt. Auf diese Weise ist es m glich, das gr tenteils immer noch vorherrschende Bild von Anna von sterreich als eine politisch inkompetente, von ihrem Ersten Minister Mazarin v llig abh ngige und in ihren letzten Lebensjahren - als Ludwig XIV. beschloss, allein zu regieren und sie den Kronrat verlassen musste - (politisch) einflusslose K nigin zu modifizieren und in weiten Teilen auch klar zu widerlegen.
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