Zwar gibt es auf dem Buchmarkt keinen Mangel an wissenschaftlichen Publikationen zum Ph?nomen des Skandals, wohl aber an Arbeiten, die sich ihm unter transnationalen und interdisziplin?ren Gesichtspunkten ann?hern. Der Band versammelt 14 Beitr?ge v. a. zu Literatur, Geschichte, Politik und Gesellschaft v. a. des romanischen Raums seit der Aufkl?rung, die vertiefte Einblicke in die literatur-, sozial- und geschichtswissenschaftliche Skandalforschung bieten und zugleich die Chancen und Grenzen eines f?cher?bergreifenden Dialogs ausloten. Fernab starrer Definitionen treten dabei zahlreiche Paradoxien und Ausdifferenzierungen des Skandalbegriffs zutage. Deutlich wird zudem, wie unzureichend Vorstellungen sind, Skandale bes? en pr?zise gesellschaftliche, aufkl?rerische oder auch normkonsolidierende Funktionen oder folgten einer bestimmten Prozesslogik, seien sogar beliebig steuerbar. Vielmehr erweisen sich die aufgezeigten Skandale als komplexe, mehrdeutige bis widerspr?chliche, dialogisch-performative Kommunikations- und Ereigniszusammenh?nge, die nach Intentionalit?t, Sequenzialit?t und Temporalit?t kaum je unmissverst?ndlich greifbar und nachvollziehbar sind.