Afrika gilt heute vielen immer noch als schriftloser Kontinent, obwohl bereits in der Antike dort mehrere Schriftkulturen existierten. In dem vorliegenden Buch werden nun die teils wenig erforschten Schriftsysteme, welche im antiken Nord(ost)afrika in Gebrauch waren, umfassend dargestellt. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie sich diese entwickelten und gegenseitig beeinflussten. Ist die numidische Schrift im r mischen Nordafrika, die heute noch von den Berber verwendet wird, eine Eigensch pfung oder lassen sich Vorbilder feststellen? Warum und wie genau vollzog sich der Wechsel von den alt gyptischen Schriften in pharaonischer Zeit zur koptischen Schrift im christlichen gypten? Wie ist die Verbindung zwischen den napatanischen und meroitischen Hieroglyphen und ihren alt gyptischen Vorbildern exakt zu fassen? Was ver nderte sich bei der Adaption der koptischen Schrift hin zur altnubischen? Wie entstand aus der alts darabischen Konsonanten- die moderne thiopische Silbenschrift? Sind dabei Einfl sse aus Indien oder Mero greifbar? Auch spezielle Aspekte werden behandelt, etwa Beispiele f r eine scrittura franca zwischen Rotem Meer und Indischen Ozean, ein antiker Versuch, die Sprache der Beja-Nomaden schriftlich wiederzugeben, gyptogramme in meroitischen Monumentalinschriften oder Konvergenzformen wie das Pseudo-Sab ische im aksumitischen Reich. Insbesondere wird behandelt, wie und wann es zur Schrift bernahme bzw. -adaption kam bzw. wann dies ausblieb.