Das Verh ltnis zwischen Fall und Norm ist eine Grundfrage der modernen Rechtswissenschaft. Oskar Hartwieg begreift Fall und Norm als ver nderliche Gr en, die nicht einfach zu trennen sind und bei der juristischen Entscheidungsfindung aneinander angeglichen werden m ssen. Ihn interessiert vor allem, wie die Arbeit des Richters am Sachverhalt theoretisch zu erfassen ist. Dabei kritisiert er die vorherrschende normative Sicht , die den Willen des Gesetzgebers zum allgemeinen Ma stab erkl rt. Hartwieg m chte gar nicht anzweifeln, da sich die T tigkeit des Juristen vornehmlich auf Rechtstexte bezieht, sei es auf das mehr oder weniger abstrakt formulierte einzelne Gesetz oder auf dessen Wechselwirkungen mit anderen Normen. Doch ist die Jurisprudenz mehr als eine lediglich textgebundene Wissenschaft. Dies zeigt schon das Wort Sachverhalt , welches der Sache ihr eigenes Verhalten zubilligt (Gadamer) und dadurch eine eigent mliche Distanz zwischen der Sprache und den Dingen zum Ausdruck bringt. Es ist eben jene Distanz, der Hartwiegs Forschungsinteresse gilt und die in aktuellen rechtstheoretischen Diskussionen wieder eine wichtige Rolle spielt.
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