Der moderne Roman, der per Definition psychologisch, sentimental und gesellschaftlich gepr gt ist, hat sich schon immer direkt oder indirekt mit dem Thema Sexualit t auseinandergesetzt. Da dieses Thema starke psychologische Implikationen hat und leicht zur Zielscheibe der Zensur werden kann, musste der Romanautor ausgefeilte Strategien entwickeln, um sein gutes Ansehen als K nstler zu wahren und seine Werke f r ein vergleichsweise breites Publikum akzeptabel zu machen, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, dass er dabei in ernsthafte rechtliche Schwierigkeiten geraten k nnte. Der vorliegende Aufsatz, eine Fortsetzung von "Die Figur des Autors", untersucht einige sexuell explizite Romane, die in den letzten vierhundert Jahren ver ffentlicht wurden, insbesondere "L'Acad mie des dames", "Fanny Hill", "Tristram Shandy", "Madame Bovary", "Ulysses", "Lady Chatterleys Liebhaber" und "Lolita". Er untersucht ihre verschiedenen Erz hlstrategien im Umgang mit diesem heiklen Thema sowie die gegen sie angestrengten Gerichtsverfahren. Er betont den strukturellen Zusammenhang zwischen Zensur und poetischer Innovation im Hinblick auf den modernen Roman sowie die Unaufrichtigkeit, die mit dessen Entstehung, Ver ffentlichung, Verbreitung, Verbot und Lekt re einhergeht.
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