Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit bestand in der Beantwortung der Forschungsfrage, inwiefern organisationale Merkmalsstrukturen und sinnspezifische Moralvorstellungen Regelabweichungen beg nstigen. Der Fokus des Erkenntnisinteresses richtete sich auf organisationale Hauptakteur*innen im Handlungskontext des Mittelmeers sowie auf das damit verbundene gesellschaftliche Spannungsfeld irregul rer maritimer Migration nach Europa.
Zur Beantwortung der bergeordneten Forschungsfrage auf empirischer, konzeptioneller und akteur*innenspezifischer Ebene wurden zwei qualitative Organisationseinzelfallstudien entlang evidenzbasierter und bedarfsorientierter Erkenntnisinteressen durchgef hrt. Anhand der Untersuchung der zivilgesellschaftlichen Organisation Jugend Rettet e.V. und der europ ischen Grenzschutzagentur Frontex konnte gezeigt werden, dass beide Akteur*innen verschiedene strukturabh ngie Potenziale f r deviante Praxis aufweisen. Es verdeutlichte sich, dass insbesondere enge strukturelle Merkmalskopplungen vor dem Hintergrund organisationskultureller Wertvorstellungen gesellschaftlich illegitime Praktiken im Handlungskontext beg nstigen k nnen.