Das 19. Jahrhundert sei "wohns chtig" gewesen, diagnostizierte Walter Benjamin einst. Das "Raumgef hl" (August Schmarsow) dieser Epoche pr gt das literarische Werk Thomas Manns. Die Studie deutet Manns literarische Raumentw rfe nicht biographisch oder textimmanent, sondern begreift sie als Versuchsanordnungen zur materiellen Kultur, denen diskursanalytisch, wissensgeschichtlich und ideologiekritisch auf den Grund zu gehen ist. Dazu werden die in einschl gigen Werken Manns entworfenen Raumsemantiken in genauen Textlekt ren profiliert: Die Arbeit untersucht etwa die Buddenbrooks im Hinblick auf zeitgen ssische Diskurse um Interieurs und b rgerlichen Lebensstil; sie geht dem spatialisierten "Feindbegriff" (Reinhart Koselleck) des Barbarischen im Zauberberg nach und analysiert Topographien der Exilerfahrung in Joseph und seine Br der. Ihr spezifisches Erkenntnisinteresse erm glicht neue Einsichten auch zu vermeintlich "ausinterpretierten" (Helmut Koopmann) Texten.