Studienarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich Jura - Sonstiges, Note: 12,0, Universit t Passau, Sprache: Deutsch, Abstract: Die wichtigste Quelle des deutschen Privatrechts, das B rgerliche Gesetzbuch, ist in seiner Entstehung stark von diesen liberalen Vorstellungen gepr gt. Es steht gerade f r eine berwindung des Absolutismus mit seinem Staatsziel von der "guten Policey," in dem unter dem Deckmantel der Wohlfahrtsf rderung eine obrigkeitliche Lenkung der sozialen Vorg nge vollzogen wurde. Dem BGB vom 01.01.1900 liegt das Ideal von freien und gleichen B rgern zugrunde, die ihre wechselseitigen Interessenslagen zu einem Ausgleich bringen k nnen. Betrachtet man jedoch die heute geltende Privatrechtsordnung, so zeigt sich etwa durch zwingende Verbraucherschutzvorschriften oder die gerichtliche Inhaltskontrolle von freiwilligen vertraglichen Abreden, dass moderne Vorstellungen des Privatrechts offenbar davon ausgehen, dass der Staat den Einzelnen zum Schutz vor sich selbst bevormunden darf. Die Arbeit will untersuchen, ob derartige rechtliche Vorgaben sinnvoll oder kontraproduktiv sind. Wird den Individuen zu einer autonom-authentischen Rechtsaus bung verholfen oder stellen diese eine autorit re, nicht rechtfertigbare Bevormundung dar? Zun chst soll dazu der Begriff des Paternalismus vor dem Hintergrund der Privatautonomie und den Vorgaben des Grundgesetzes erl utert werden. Zudem soll der Wandel, welcher sich im Privatrecht seit Inkrafttreten des BGB vollzogen hat, im Kontext des sich ausbreitenden Sozialstaates dargestellt werden. Schlie lich werden mit dem Mindestlohn, der Mietpreisbremse sowie dem verbrauchersch tzenden 312c BGB typische "paternalistische" Regelungen untersucht.
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