Ludwig II. (1845-1886) und sein Bruder Otto I. (1848-1916) waren immer wieder Gegenstand historischer Reminiszenzen und teilweise wissenschaftlicher Reflexionen: ihre Talente und Neigungen, ihre Bedeutung bei der Neuordnung der Machtverh ltnisse mitten in Europa und die Auswirkungen ihrer umstrittenen Erkrankungen. Besonders problematisiert wurden dabei die Rolle der Medizin von der Diagnose zur Behandlung, Begutachtung und Entmachtung der k niglichen Br der. Die verf gbaren Daten werden systematisch dargestellt und ausgewertet. W hrend Ludwigs Schicksal posthum wiederholt Verwendung fand, um vor dem politischen Missbrauch der Psychiatrie zu warnen, wurden wesentliche Wirkungen, die weit ber den Tod der beiden hinausreichten, kaum beachtet. Ludwigs egozentrische Interessen und die f r ihn ungew hnliche Sorge f r seinen Bruder Otto lieferten z.B. ganz unbeabsichtigt wesentliche Grundlagen f r die Entwicklung der Hirnforschung, der Antibiotika und jener Medikamente, die f r beide hilfreich gewesen w ren.
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