Wo es weder vor noch zuruck geht, hilft nur ein Schritt zur Seite. Die Moderne scheint auch asthetisch abgewirtschaftet zu haben, und doch steht jede Fortschritts- oder Uberwindungshoffnung weiterhin in der Schuld der historischen Avantgarden. Post-, Neo-, selbst Arrieregarde von heute teilen dasselbe Schicksal eines andauernden Aufbruchs ohne Ende. Paramodernitat hingegen bedeutet ein Innehalten, gestattet einen Seitenblick auf unsere sich standig verbreiternde Gegenwart. In einer solchen Neben-, aber auch Gegenstellung wird erst ein Epochenpanorama sichtbar, das sich zugleich als Tragodie der Kunstreligion und seines bildungsburgerlichen Publikums beschreiben lasst. Beide Phanomene des 19. Jahrhunderts gelten als uberholt. Doch haben wir sie bisher je eingeholt? Anselm Feuerbachs "Gastmahl des Plato" ist Sinnbild dieses Bewaltigungsprozesses, und zwar schon vor seiner Zeit, unserer Zeit. Es ist Zeugnis einer unzeitgemassen Zeitgenossenschaft, die mit abgebrochenen Neuanfangen fertig zu werden lehrt. Das "Gastmahl des Plato" ist Paradigma einer ewigen Modernitat des Klassischen - gerade in seinem Scheitern.
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