Die vorliegende Arbeit entwickelt eine nomadische Didaktik als komplement re Gegenbewegung zu den erstarrten Paradigmen der modernen Philosophie- und Ethikdidaktik. Ausgehend von Gilles Deleuzes und F lix Guattaris Philosophie wird gezeigt, wie der Mainstream der modernen Philosophiedidaktik - gepr gt von den Postulaten Problemorientierung, Lebensweltbezug und T tigkeitsorientierung - zu einer k nigswissenschaftlichen Starre gef hrt hat: Probleme werden reproduziert, um durch bestehende philosophische Begriffe gel st zu werden, w hrend die zugrundeliegenden virtuellen M glichkeiten des Denkens unber cksichtigt bleiben.
Gegen diese dogmatische Festschreibung setzt die nomadische Didaktik eine deterritorialisierende Bewegung des Denkens, die Sch ler_innen nicht als blo e "Funktion re" philosophischer Theorien, sondern als Urheber_innen von Problemen und als Begriffspersonen begreift. Im Zentrum steht dabei die Apprentissage - ein Lernprozess, der zwischen dem Aktuellen (konkrete Probleme, Begriffe) und dem Virtuellen (Problematisches Feld, Immanenzebene) oszilliert und so neue Fluchtlinien des Denkens er ffnet.
Die nomadische Didaktik ist damit weder ein neues Phasierungsmodell noch eine blo e Kritik bestehender Ans tze, sondern eine Einladung, Unterricht als rhizomatischen Forschungsprozess zu begreifen - als Bewegung zwischen Aktuellem und Virtuellem, die Sch ler_innen dazu bef higt, die Welt nicht nur zu beschreiben, sondern durch neue Begriffe und Probleme anders zu denken.