Mythos ALS Schicksal: Was Konstitutiert Die Verfassung? [German]
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1. Die Auseinandersetzung um eine Verfassung f r Europa hat die Frage nach den gesellschaftlichen Voraussetzungen von Verfassungen aufgeworfen. In diesem Zusammenhang hat Hasso Hofmann, Berlin, behauptet, Verfass- gen ben tigten einen einheitsstiftenden Mythos nach dem Muster der v- fassunggebenden Gewalt. 2. Diese Behauptung ist nicht so provokant, wie sie scheint. Dass der freihe- liche, s kulare Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garant- ren kann (B ckenf rde), ist ein allgemein anerkannter Topos, der zwar h- torisch gemeint ist, aber Mythenbildungen in den Bereich des M glichen r ckt. 3. Um was es geht, zeigt die Verfassunggebung. Weil sie die h chsten N- men sind, lassen sich Verfassungen nicht durch anderes Recht rechtfer- gen. Die Theorie der Verfassunggebung soll die Rechtfertigungsl cke schlie en, kann es aber nur unvollkommen, weil Verfassunggebung die Bildung eines Gesamtwillens voraussetzt, die nur durch eine Verfassung geschehen kann. Hegel hat daraus gefolgert, Verfassunggebungen g be es nicht, nur Verfassungs nderungen. 4. Ein Vergleich der Verfassunggebung mit dem Mythos von der Erschaffung der Welt zeigt, dass alle Erkl rungen lebender Systeme letztlich in gru- legende Widerspr che, in Paradoxien f hren. Das liegt an der Selbstbe- genheit der Systeme. Leben kennt nur sich selbst. Anf nge und Rechtfer- gungen verlangen aber Fremdbezug. Dieser Widerspruch ist unverme- lich. Mythen sollen ihn aufheben oder wenigstens entspannen.
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