Was ist das Sch ne in der Musik?
Und warum entzieht es sich so oft sowohl dem Wort des Musikers als auch der Abstraktion des Philosophen?
Dieser Essay unternimmt den Versuch einer radikalen Neuverortung der musikalischen sthetik. Ausgangspunkt ist ein Paradox: Gro e Interpreten verm gen in der Auff hrung das Absolute auszudr cken, erkl ren jedoch das Erlebte f r unaussprechlich; Philosophen hingegen formulieren ausgefeilte Theorien des Sch nen, sprechen aber h ufig ber Musik, ohne sich auf konkrete Werke und ihre poetische Welt einzulassen.
Gegen beide Tendenzen entwickelt der Autor eine eigenst ndige Perspektive: eine ph nomenologisch und psychoanalytisch fundierte "regionale sthetik". Jedes musikalische Werk erscheint darin als Repr sentanz einer spezifischen sthetischen Region innerhalb eines Paralleluniversums des Sch nen. sthetische Analyse bedeutet folglich nicht historische Einordnung oder strukturelle Zerlegung, sondern Kartografie: das Sichtbarmachen der poetischen Welt, die ein Werk ausdr ckt, und ihrer Beziehungen zu anderen sthetischen Regionen.
Im kritischen Dialog mit Denkern wie Kant, Hanslick, Croce und Adorno sowie mit Musikern wie Glenn Gould oder Carlo Maria Giulini verteidigt dieses Buch die Autonomie des Sch nen, die Wirklichkeit des Geheimnisvollen in der Musik und die Legitimit t eines unhistorischen sthetischen Beobachtungsstandpunkts.
Zugleich ergeben sich daraus weitreichende Konsequenzen f r die Interpretation und Auff hrungspraxis: Nicht die Rekonstruktion eines vermeintlichen historischen Klangideals steht im Zentrum, sondern die Verwirklichung objektiver klanglicher Sch nheit.
Ein Essay von philosophischer Strenge und leidenschaftlicher musikalischer Erfahrung - f r Leserinnen und Leser, die Musik nicht nur verstehen, sondern in ihrem metaphysischen Anspruch ernst nehmen wollen.
Roberto Barreca ist Musiker, Philosoph, Psychologe und Psychoanalytiker.