W hrend heute das Andenken an Verstorbene durch Todesanzeigen oder Nachrufe wachgehalten wird, griff man in der Fr hen Neuzeit vor allem auf das Medium des Funeraldrucks zur ck. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Form der Gelegenheitsliteratur, die anl sslich des Todes eines Menschen entstand. Die schon fr h als Sammelobjekte gesch tzten Drucke wurden zwischen 1550 und 1800 vorwiegend vom Adel und dem wohlhabenden B rgertum in Auftrag gegeben und als papierne Denkm ler an Verwandte, Bekannte und Freunde versandt.
Aufgrund ihrer vielf ltigen Formen und Bestandteile besch ftigen sich die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen mit diesen historischen Quellen. Im Unterschied zu bisher dominierenden Forschungsschwerpunkten richtet die vorliegende Dissertation nun erstmals den Fokus auf den Funeraldruck in seiner Funktion als kollektives Ged chtnismedium. Dabei steht vor allem die Frage im Zentrum, ob Funeraldrucke in der Lage sind, in einer sozialen Gruppe ber Zeit und Raum hinweg Identit t zu stiften. Am Beispiel des hochadeligen Hauses Waldeck werden sowohl Produktion als auch Rezeption der Schriften innerhalb dieser Dynastie untersucht.