Die Wertsch tzung des mittelalterlichen Textes an seinem historischen Ort, den Handschriften, steigt best ndig. Der Ton als textuelle Form eigenen Rechts avanciert mit diesem Buch das erste Mal zum analytischen Gegenstand, und zwar auf der Basis eines Textabdrucks des Langen Tons aller vier Haupt berlieferungszeugen. Da die Sortierung von Strophen unterschiedlicher Thematik im Formmodell des Tons als einheitsstiftend begriffen wird, r ckt die von Handschrift zu Handschrift je andere Strophenreihenfolge und die je andere Auswahl, Organisation und Literarisierung diskursiven Wissens in den Blick. Der Autor und dessen k nstlerische Manier treten hinter den sich in den Strophenf gungen abzeichnenden Meisterschaftsanspruch zur ck. Meisterschaft als historische Vorstellung der Dichtkunst wird als eine sich diachron wandelnde, je spezifische Verschr nkung von Episteme und Poesie er rtert, die unter dem sprechenden Tonnamen Frauenlob mehr als 150 Jahre berdauerte.