Die liberale Gesellschaft hat sich selbst vergessen. Statt auf Selbstbestimmung und Eigenverantwortung zu bestehen, beruft sich das liberale Individuum gern auf sein Recht, vom Staat geh tschelt und umsorgt zu werden. Statt Kreativit t und innovativem Umgang mit den Anforderungen einer sich stetig ndernden Welt verf ngt es sich in den Schlingen der B rokratie. Ein marodes Bildungssystem und eine ebenso marode Infrastruktur bilden Anlass zu K chentischgespr chen, f hren aber nicht zur Aktivierung der Menschen, deren Vorfahren sich die liberale Gesellschaft hart erk mpft haben. So bleibt das liberale Individuum und mit ihm seine gesamte Gesellschaft auf der Mittelspur, weil es schlie lich das Recht dazu hat, egal, wie sch dlich es f r den Verkehrsfluss und wie gef hrlich es f r jeden Einzelnen ist. Ohne es zu merken, nagen alle Akteure an der f r eine funktionierende liberale Gesellschaft wesentlichen Beziehung zwischen Staat und Individuum. K nnen sie nicht verstehen, was sie tun, oder wollen sie nicht? Die Autorinnen von "Mama liberal" gehen dieser Frage in kleinen Portionen nach; dabei geht es ihnen nicht um eine intensive Auseinandersetzung mit liberalen Theorien, sondern um den Abgleich von Alltagsbeobachtungen mit den allseits bekannten Grunds tzen einer liberalen Gesellschaft, aus dem Probleme abgeleitet werden. Dabei m chten sie keine komplette Theorie entfalten, sondern Denkanst e geben und zur Diskussion anregen.
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