Die schone Seele begnugt sich weder mit einer nur asthetischen Schonheit noch mit blosser Moral. Sie bedeutet eine Ganzheit und umfassende Wertschatzung, eine umfassende und zugleich in sich ruhende Humanitat.Otfried Hoffe Macht Tugend schon? - Schon diese Frage wirkt irritierend, weil wir die Schonheit eines Menschen mit seiner korperlichen Schonheit verbinden, die aber kaum mit der Moral zusammenhangt. Dieses verkurzte Verstandnis herrschte freilich nicht immer vor: Noch in Schillersschoner Seelebegegnet uns das aus der Antike stammende Verstandnis der Schonheit als jener vollkommenen Einheit des Menschen, in der sich asthetische Schonheit und Moral mit dem eigenen Gluck verbinden. Weil sich jedoch das eigene Gluck und die Moral zu widersprechen scheinen, entsteht eine Schwierigkeit: Muss wer glucklich sein will, der Moral zuwiderhandeln, und muss, wer die Moral anerkennt, sein eigenes Lebensgluck aufs Spiel setzen? Der Frage, die sich auch im alltaglichen Leben immer wieder stellt, geht Otfried Hoffe in dem kleinen BuchleinMacht Tugend schon? Uber Lebenskunst und Moralnach. Er klart die Bedeutung so vielschichtiger Begriffe wie Gluck und Moral, setzt sie zueinander ins Verhaltnis und fragt: ob man nicht bloss das eigene Gluck mit der Moral in Einklang bringen, sondern diesen Einklang noch zu einem gelungenen Menschsein steigern kann, das wirschonnennen.
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