Wie viele K nstlerinnen wurde auch Lotte Laserstein (1898-1993) lange von der Kunstgeschichte ignoriert. Aufgrund ihrer j dischen Herkunft musste die Malerin, die als eine der ersten Frauen ein Akademiestudium absolviert hatte und im Berlin der 1920er-Jahre erste Erfolge feierte, 1937 nach Schweden emigrieren. In Deutschland geriet sie f r Jahrzehnte in Vergessenheit.
Vor dem Hintergrund aktueller Debatten zu Gender und Diversit t beeindruckt vor allem Lasersteins souver ner Blick auf die gro st dtischen, selbstbewussten Frauen ihrer Zeit. Thematisch stehen ihre Bildnisse und Akte der Neuen Sachlichkeit nahe, doch sind Lasersteins Darstellungen frei von unterk hlter Gl tte und bissiger Sch rfe. Vielmehr zeichnet sich ihr Realismus durch einf hlsame Beobachtung, malerische Sinnlichkeit sowie ein raffiniertes Spiel mit traditionellen und modernen Bildformeln aus.