Mein Herr, bevor ich spreche, muss ich dich etwas fragen . . . . muss ich erfahren, ob ich deine Worte immer falsch verstanden habe . . . . . die Dinge, wie du sie gesagt hast, wie du sie vorbereitet hast, wie du sie haben willst f r dein Reich . . . Vielleicht hat Chuza recht . . . und ich unrecht . . . Hat Chuza dir Vorw rfe gemacht? Ja und nein, Herr. Er hat mir gesagt, mit seiner ganzen Macht als Gemahl, dass ich dich nach den letzten Vorkommnissen meiden muss, weil er als H fling des Herodes nicht gestatten kann, dass seine Frau sich gegen Herodes verschw rt. Und seit wann sollst du eine Verschw rerin sein? Wer denkt denn daran, Herodes zu schaden? Sein armer, schmutziger Thron ist weniger wert als dieser Sitz im Rosengarten. Hier setze ich mich hin, dort w rde ich mich nie hinsetzen. Chuza m ge dessen versichert sein Der Thron des Herodes lockt mich nicht, nicht einmal der des C sar. Das sind nicht meine Throne, das sind nicht meine Reiche. Oh Ja, Herr? Gesegnet seist du Wieviel Frieden gibst du mir Seit vielen Tagen leide ich deswegen Mein heiliger und g ttlicher Meister Mein teurer Meister Mein Meister, wie ich ihn immer verstanden, gesehen und geliebt habe, so hoch, so erhaben ber die Erde, so . . . so g ttlich. O mein Herr und himmlischer K nig Aber was ist denn vorgefallen? Was, von dem ich nicht wei , vermag dich so zu verwirren und in dir das Bild meiner sittlichen und geistigen Unantastbarkeit zu verdunkeln? Sprich Was? Meister, der Rauch des Irrtums, des Hochmuts, der Habsucht und der Starrk pfigkeit hat sich wie aus stinkenden Kratern erhoben und in einigen dein Bild verzerrt . . . Oh, sehr gut. Aber erz hle der Reihe nach, wenn du willst, dass ich dich tr ste. Ja, Meister. Du hast Simon den Zeloten und Judas von Kerijot nach Betanien geschickt, nicht wahr? Ja. Und? . . . Meister . . . ich muss dir weh tun . . . Meister, der Mann von Kerijot versteht dich nicht, und er versteht auch die nicht, die dich als gro en Philosophen, als gro en Weisen, als die Tugend selbst auf Erden verehren und bewundern und bereit sind, dich zu sch tzen. Es ist seltsam, dass Heidinnen verstehen, was einer deiner Apostel nicht versteht, obwohl er schon so lange bei dir ist . . . Der Mensch in ihm, seine menschliche Liebe verblendet ihn. Du entschuldigst ihn . . . Aber er schadet dir, Meister. W hrend Simon mit Plautina, Lydia und Valeria gesprochen hat, hat Judas mit Claudia gesprochen, und zwar in deinem Namen, als dein Ab- gesandter. Er wollte ihr Versprechen abgewinnen f r eine Wiedererrichtung des Reiches Israel. Claudia hat ihn gr ndlich ausgefragt . . . und er hat viel geredet. Er ist berzeugt, auf der Schwelle seines tollen Traumes zu stehen, dort, wo der Traum Wirklichkeit wird. Meister, Claudia ist sehr erz rnt dar ber. Sie ist eine Tochter Roms . . . Sie hat etwas vom Kaiserreich in ihrem Blut . . . Wie sollte gerade sie, eine Tochter der Claudier, sich je gegen Rom stellen? Sie hat einen so gewaltigen Schock bekommen, dass sie an dir und der Heiligkeit deiner Lehre gezweifelt hat....
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