Labyrinth & Verm chtnis - der Titel signalisiert R tsel und Pathos. Stefan Ludmilla Wieszners Poesie macht es einem einerseits verdammt schwer, weil sie so eigen ist. Jedes Gedicht steht f r sich. Und wehe, man glaubt sich mit dem Autor im schnellen, vorschnellen Einverst ndnis, er schickt einen dann ins Leere. Freilich in eine Leere, die nicht trostlos ist, sondern unruhig macht, Neugier anstachelt und die zugleich - paradoxerweise - mehrere T ren offeriert. Der Autor zersplittert, doch der Leser setzt zusammen, ganz nach der insgeheimen Parole: Erwache nicht zur selben Person. Wie das m glich ist? Mit Wieszners Gedichten ist es lustvoll vertrackt: Wie wenn aus den Gedichttiteln sich eine F lle von berraschungen entfaltet, wie wenn Lyrik sich selbst befragt. So macht diese Lyrik uns zu Fragestellern, die wir, zwar ohne den Faden der Ariadne, aber immer mit Vergn gen der eigenen Entdeckung, ein Ziel finden, zwar nicht den definitiven Ausgang, aber ein vieldeutiges Ziel, das kein Endpunkt ist. Wieszners Gedichte erzwingen die erneute Lekt re. F r mich sind sie eine Art lyrisches Perpetuum mobile. Hermann Beil
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