Mit seiner Kritik an der Zivilisation, seiner Infragestellung von sozialen Hierarchien, seiner Verachtung von Reicht mern und seiner radikalen Askese bot der Kynismus dem fr hen Christentum der ersten Jahrhunderte diverse Ber hrungspunkte. Unter den Exegeten und Theologen des Neuen Testaments findet man sogar jene, n mlich die Anh nger und Bef rworter der Cynic hypothesis, die glauben, dass Jesus selbst und seine Wegbegleiter Kyniker in Galil a h tten kennen k nnen, und dass sie folglich ganz entscheidend von der Moral und dem Verhalten dieser Wanderprediger h tten beeinflusst werden k nnen. Ein kynischer Charakter der urspr nglichen Lehre Jesu sei besonders in der sogenannten Quelle "Q" der synoptischen Evangelien ersichtlich, sofern man sie im Lichte der griechischen, ja sogar kynischen, Chrien und durch das Raster der Moral des Diogenes liest. Das vorliegende Werk pr ft die G ltigkeit der These. In den darauffolgenden Jahrhunderten bernahmen die Christen, hin- und hergerissen zwischen der Bewunderung f r die Askese der ersten Kyniker und ihrer Abneigung gegen ber der Schamlosigkeit und dem Atheismus der Hunde ihrer Epoche, vielf ltige und manchmal gegens tzliche Haltungen; mal appellierten sie an das Beispiel der Kyniker, mal beschimpften und verleumdeten sie diese von eitlem Ruhm besessenen Menschen, die in ihren Augen die Affirmation eines menschlichen Willen repr sentierten, der im Gegensatz zur religi sen Unterwerfung des christlichen Glaubens stand. Die Herausforderung dieser Studie besteht darin, die Verbindungen zwischen Kynismus und Christentum zu untersuchen, ohne die Texte zu forcieren und ohne sich irgendeiner Ideologie zu unterwerfen.
ThriftBooks sells millions of used books at the lowest everyday prices. We personally assess every book's quality and offer rare, out-of-print treasures. We deliver the joy of reading in recyclable packaging with free standard shipping on US orders over $15. ThriftBooks.com. Read more. Spend less.