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Hardcover Konstanz Obere Augustinergasse: Ein Hinterhofquartier Und Sein Historisch-Bauhistorisches Umfeld [German] Book

ISBN: 3954904799

ISBN13: 9783954904792

Konstanz Obere Augustinergasse: Ein Hinterhofquartier Und Sein Historisch-Bauhistorisches Umfeld [German]

Nach dem 2018 erschienenen Band ber die Konstanzer Marktst tte (Forschungen und Berichte zur Arch ologie in Baden-W rttemberg Bd. 5) hat die Aufarbeitung einer zweiten gro en Konstanzer Grabung ihren Abschluss gefunden. Im Hinterhofbereich der wichtigsten Nord-S d-Verbindung in der Stadt, der Hussenstra e, wurden 1986-1987 gro fl chige Untersuchungen durchgef hrt. An deren Auswertung waren zahlreiche Fachleute verschiedenster Wissenschaftsdisziplinen beteiligt. In einem breit gespannten interdisziplin ren Ansatz erfolgt, ausgehend von der Einbettung des Quartiers in st dtebaulicher, bauhistorischer und historischer Hinsicht durch Frank Mienhardt, Frank L bbecke und Hilde Bibby die Auswertung der Befunde durch Ralph R ber. Vorgelegt wird dar ber hinaus Fundmaterial aus Leder, Glas, Keramik und Metall durch Dorothee Ade, Jori Fesser, Andrea N lke, Ralph R ber sowie Serge und Marquita Volken. Naturwissenschaftliche Untersuchungen von Ralf-J rgen Priloff und Edith Schmidt zu den Tierknochen und berresten von Insekten erlauben R ckschl sse auf die Ern hrung der Bewohner, sowie den Pflanzenbewuchs und die hygienischen Verh ltnisse in diesem Areal.
Die ltesten Funde, darunter eine Zwiebelknopffibel, stammen aus r mischer Zeit, sind allerdings verlagert. Trotz unmittelbarer N he zur fr hmittelalterlichen Kirche St. Paul erfolgte eine Aufsiedlung erst ab der zweiten H lfte des 11. Jahrhunderts. Noch um 1300 war die Stra enfront nicht durch H user geschlossen. Es entwickelte sich in dieser verkehrsg nstigen Lage ein sozial gehobenes Quartier, was sich im arch ologischen Material unter anderem durch die Reste von Schutzbewaffnung, kostbaren Gl sern und Gef en f r die Destillation u ert. Aber auch die Einfuhr von Heidelbeeren, vielleicht auch Pfirsichen, Mandeln und Maulbeeren, bis zu Luxusg tern wie Feigen und Granat pfeln zeigen die finanziellen M glichkeiten der Bewohner. Im Rahmen einer allgemeinen Bl te der Stadt in der ersten H lfte des 14. Jahrhunderts verlangte der Bebauungsdruck die Anlage von Hinterh usern. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts, in einer Zeit der religi sen und politischen Krisen, aber auch von Hungersnot und Pest, ist ein Stillstand zu beobachten, der erst im 15. Jahrhundert berwunden wird. Die Hinterh fe der Wohnh user wurden multifunktional genutzt: Als Zier- und Nutzg rten, zur Haltung von Kleinvieh, vielleicht auch zur Aufstallung von Pferden und, wie es damals blich war, zur Errichtung von Latrinen. Nicht nur diese, sondern auch Misthaufen, modernde H lzer und offen zutage liegende Lebensmittelreste haben ein hohes Infektionsrisiko bedeutet, und es lie sich ein Befall der Bewohner durch verschiedene Parasiten nachweisen.

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