Kants Kritik der transzendenten Metaphysik in der transzendentalen Dialektik der Kritik der reinen Vernunft war durchschlagend und findet auch in der Philosophie der Gegenwart breite Zustimmung. Weniger Zustimmung und Verst ndnis findet die systematische Konzeption der transzendentalen Dialektik, die Lehre vom Bezug der Vernunft auf das Unbedingte als notwendigem, unvermeidlichem Schein. Die vorliegende Studie untersucht diese Konzeption. Sie stellt die in der Forschung weitgehend ungekl rten Fragen (a) nach der Notwendigkeit des Scheins und dem logischen Status der Schl sse der Vernunft auf das Unbedingte, insbesondere nach der logischen Struktur der Antinomien, (b) nach dem Zusammenhang zwischen den Lehrst cken der Dialektik (von den Ideen der Vernunft als Begriffen vom Unbedingten, von den dialektischen Schl ssen, vom angemessenen Gebrauch der Ideen), (c) nach dem systematischen Verh ltnis von Analytik und Dialektik als den beiden Teilen der transzendentalen Logik und nach der Funktion der Dialektik im architektonischen Zusammenhang der Kritik. Es ist die These der Studie, dass die Dialektik die Grundlage der kritischen Philosophie darstellt und dass ihre negative und ihre positive Lehre von der Vernunft unzertrennlich zusammenh ngen.
Related Subjects
Philosophy