In seiner Metaphysik der Sitten (vor allem in der Tugendlehre), aber auch in anderen Sp tschriften nimmt Kant gegen ber seinen fr heren ethischen Schriften (Grundlegung und Kritik der praktischen Vernunft) beachtliche inhaltliche Erweiterungen und Pr zisierungen vor. Sie zeigen nicht nur, dass die ausschlie liche Deutung der Kant'schen Ethik als deontologische Prinzipienethik verk rzt ist. Seine berlegungen sind auch relevant f r viele gegenw rtig diskutierte moraltheoretische Fragen. So ist die in der Tugendlehre getroffene Unterscheidung zwischen vollkommenen und unvollkommenen Pflichten aufschlussreich f r das Problem der L sbarkeit moralischer Konflikte und die Rolle supererogatorischer Handlungen.
Kant geht verst rkt der Frage nach, was es hei t, eine gute Person zu sein, welche moralische Bedeutung enge zwischenmenschliche Bindungen wie Freundschaft besitzen und welche Rolle die Gl ckseligkeit und die so genannten Pflichten gegen sich selbst spielen.
Die Beitr ge diskutieren die zentralen berlegungen Kants jeweils im Kontext seiner fr heren Schriften, vor allem aber auch im Rahmen gegenw rtiger ethischer Debatten. Auf diese Weise wird auf die Bedeutung und die m gliche Reichweite einer kantisch verstandenen Tugendethik aufmerksam gemacht.
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