Drei ig Blumenstr u e. Jeden Tag einer, seit es passiert ist.
Yuri tut nicht so, als w re es nicht passiert. Er tut nur so, als w re es nichts gewesen. Und H ctor, der immer genau gewusst hat, was er denkt, und nie gez gert hat, es auszusprechen, findet sich in einem Schweigen, das so dicht und so be ngstigend ist, dass er begonnen hat, es mit berleben zu verwechseln.
Jede Form Von Katastrophe ist das Buch, das benennt, was das vorherige umkreist hat: dass es Menschen gibt, die einen schrittweise zerbrechen, so sanft, dass man es nicht bemerkt, bis das, was man einmal war, unkenntlich geworden ist. Yuri kontrolliert, was H ctor isst, wohin er geht, wen er sieht. Er bringt ihm mittags das Essen ans Universit tstor. Er schaltet H ctors Telefon mit den eigenen H nden stumm. Er nennt es Liebe. Er glaubt es vielleicht sogar.
Und Darlan - abwesend, unerreichbar, unertr glich - nimmt mehr Raum in H ctors Gedanken ein, als irgendein lebender Mensch das Recht dazu hat. Bei Amanda, beim Tee in kakaofarbenen R umen, fragt H ctor eine Frau, die einen M rder geliebt hat, wie sie die Kraft gefunden hat zu gehen. Ihre Antwort ist nicht das, was er erwartet hatte. Wir schaffen es nie, das loszulassen, was wir lieben. Aber wir vergeben denen nicht, die uns verletzen. Vergiss das niemals.
In einer wei en Schachtel in Darlans Kindheitszimmer findet er siebenhundert Briefe. Er ffnet sie nicht. Er muss es nicht. Manche Dinge sprechen durch ihr Schweigen allein.
Jede Form Von Katastrophe ist ein Roman ber die Architektur der Angst - wie sie sich in einem aufbaut, Raum f r Raum, bis man sich nicht mehr erinnern kann, wozu die Fenster einst da waren. Und ber das schwache, beharrliche Licht der Menschen, die einen kannten, bevor man sich selbst vergessen hatte.