Wissenschaftlicher Aufsatz aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Geschichte Europas - Mittelalter, Fr he Neuzeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Heute sehen die meisten Menschen Justitia als Tugend der Juristerei. Gerechtigkeit sei demnach eine Tugend, derer sich die Juristen vor Gericht bedienen sollten, die der Staat seinen B rgern verspricht und im Rahmen der Einhaltung der Gesetze auch von ihnen einfordert. Gerechtigkeit erscheint damit an Gesetze gebunden. Justitia kommt erst zum Tragen, wenn Recht gebrochen wurde und Unrecht geschehen ist. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch schnell, dass sich dieses Bild nicht auf andere Epochen bertragen l sst, dass es das Ergebnis j ngerer Entwicklungen ist. Das Beispiel der Stadt Lemgo w hrend der Fr hen Neuzeit offenbart, dass der Gedanke, der mit Justitia verbunden wurde, deutlich vielf ltiger und allgemeing ltiger war, als sich es die Menschen heute vorstellen w rden. Mit der Zeit hat ein Wandel, gar ein Bruch in der Wahrnehmung stattgefunden. Kaum einer w r-de Justitia heute als Tugend der Kaufleute betrachten. Aber als solche zeigt sich die Allegorie der Gerechtigkeit in Lemgo der Fr hen Neuzeit. Dar ber hinaus erscheint sie als eine Tugend, die alle Lebensbereiche durchdrang, alle Menschen umfasste und weit mehr war, als blo es Schmuckwerk oder Mittel der Demonstration gerichtlicher Privilegien oder Anspr che. Sie war nicht nur eine Tugend der Juristen, sondern aller Menschen.
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