Wissenschaftlicher Aufsatz aus dem Jahr 2017 im Fachbereich Musikwissenschaft, Note: keine, Sprache: Deutsch, Abstract: Bereits in der Weimarer Republik bem hte sich die Jugend- und Singbewegung darum, Hausmusik zu "demokratisieren," d.h. alle gesellschaftlichen Schichten sollten angeregt und in die Lage versetzt werden, sich musikalisch - gerade auch zu Hause - zu bet tigen. Der schwer zu erlernenden Kammermusik stellte man das sogenannte Volkslied gegen ber, das, verstanden als "Mutterboden" nationaler Kunst, jedem das Singen daheim als "Hausmusik" erm glichen sollte. Die Nationalsozialisten bauten auf diesem Verst ndnis von "Hausmusik" auf. In der ffentlichen Wahrnehmung f hren die zwei Begriffe "Musik" und "Drittes Reich" h ufig zu Assoziationen von Bayreuther Wagner-Festspielen oder von glamour sen Konzerten speziell der gro en philharmonischen Orchester mit Bruckner und Beethoven-Auff hrungen, andererseits auch zu Bildern von unz hligen Aufm rschen der kleinen "Pimpfe," der Hitlerjugend mit Trommeln, Pauken und Blasinstrumenten oder der "musikalischen" Paraden von Partei und SA. In der wissenschaftlichen Diskussion bearbeitet und weitgehend im ffentlichen Bewusstsein verankert ist ebenso die nationalsozialistische Diffamierung und Verfolgung all dessen, was von Regierungsseite seinerzeit als "entartete Kunst" bezeichnet wurde. Weniger bekannt ist jedoch, welche Entwicklungen es dar ber hinaus in dem Bereich der Musikpflege gab, der von jeher halb privat - halb ffentlich den b rgerlichen Teil der Gesellschaft betraf, der sich der Aus bung von "Hausmusik" widmete.
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