Der Denunziant gilt einerseits als Unperson, der den Verrat im Alltag bt. Auf der anderen Seite baut jede Gesellschaft auf eine Anzeigepflicht des B rgers etwa mit Blick auf Kapitalverbrechen. Die Grenzen k nnen oft unklar sein und verschwimmen.F r Forscher wirft die Besch ftigung mit diesem Thema vor allem Fragen nach den Motiven des Denunzianten, nach den Systembedingungen, die der Denunziation f rderlich waren und nach dem Umgang mit der Denunziation in der jeweiligen Gesellschaft auf. Dieser Band f hrt verschiedene Beitr ge zur Denunziationsforschung zusammen, die sich dem Gegenstand aus unterschiedlicher Perspektive n hern und verschiedene Epochen betrachten.Sowohl die Einordnung der Denunziation als kommunikativer Akt wird erkl rt als auch verschiedene Erscheinungsformen von Denunziationen und Denunzianten aufgezeigt und ihre Interaktionen mit dem Staat erl utert. Gleichzeitig wird danach gefragt, welche Grundlagen verschiedene Systeme f r die Denunziation schufen und inwieweit diese dem Verrat dienlich sein konnten.Der Bogen spannt sich von der Zeit des Vorm rz, ber den Nationalsozialismus, die Nachkriegszeit bis hin zur DDR-Zeit, deren Behandlung rund um die Aktivit ten der Staatssicherheit einen besonderen Schwerpunkt bildet. Neben abgeschlossenen und etablierten Studien stehen auch Abhandlungen und Beitr ge, die offene Forschungsfelder aufzeigen und konkrete Perspektiven f r eine neue Denunziationsforschung er ffnen.
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