Das Portr t ist seit seinen Anf ngen und bis in die Kunst der unmittelbaren Gegenwart hinein als eine Kunstform der Widerspr che zu charakterisieren: Vor die Aufgabe gestellt, mit dem individuellen Menschen und seiner Charakterisierung einen strikt vorgegebenen Gegenstand zu erfassen und zugleich ein Kunstwerk eigenen Rechts zu gestalten, sehen sich s mtliche Bildnisformen einem sthetischen Konflikt ausgesetzt, dessen L sungen denkbar stark zwischen naturnaher Wiedergabe und weitgehend abstrakter Werkerfindung oszillieren. Der vorliegende Band widmet sich der Gattung des Portr ts medien bergreifend und in seiner gesamten thematischen Bandbreite: Von der Erkundung des Individuums im Bildnis ber die politische Funktion der Gattung, von der Stilisierung des Menschen zu Maske, Rolle und Typus bis hin zu den Inszenierungsstrategien des K nstlers im Selbstportr t reichen die gattungstheoretisch angelegten Fallbeispiele internationaler Autoren.