HEIẞER SCHNEE
Das Haus liegt hinter dem Deich. Der Wind r ttelt an den Beschl gen. Drinnen f hrt Inke das Regiment. Die Tischplatte gl nzt, das Geschirr steht b ndig im Schrank, jede Gabel liegt an ihrem Punkt. Inke duldet keinen Fehler in der Symmetrie. Ihr Sohn Lasse ist vier Jahre alt. Er ist zu blass und zu weich f r dieses Gef ge. Inke sieht ihn an und sieht eine Last, die man ordentlich verwalten muss.
Lasse hat gelernt, die Abwesenheit von jedem Laut im Haus zu nutzen. Er z hlt die L cher im K se und nennt sie seine Verstecke. Er hat sechs davon. In der Tasche umschlie t er einen herzf rmigen Stein und ein stumpfes Messer. Das ist seine einzige Ausr stung.
Heute geht die Fahrt zum Hof der Gro eltern. Es ist kein Besuch. Es ist eine Inventur. Onno wartet an der T rzarge mit dem Zimmermannsbleistift, um den Zuwachs zu messen. Claas hat den Brief bereits in der untersten Schublade versteckt.
Die Erwachsenen verhandeln ber Lasses Zukunft, als ginge es um eine Ladung Vieh. Lasse beobachtet eine Drossel am Fenster und wartet auf das Signal. Er lernt, wie man zu Stein wird, bevor sie ihn endg ltig weggeben. Ein Roman ber die Grausamkeit der Korrektheit und ein Kind, das in der Helligkeit der Marsch ohne ein Wort verschwindet.