Dem Neben- und Miteinander von Hand- und Druckschriftlichkeit in der Fr hen Neuzeit bis in die Goethezeit ist in der Forschung bisher nur ungen gend Beachtung geschenkt worden. Der bergang von der Hand- zur Druckschriftlichkeit 'nach Gutenberg' wird gerne als ein Abl sungsprozess beschrieben; erst in der Zeit um 1800 nehme die Handschrift im Lichte neuer Autorschafts- und Individualit tskonzepte neuen, auratischen Charakter an. Der Band argumentiert in Fallstudien f r eine neue Aufmerksamkeit f r die zahlreichen Interferenzph nomene von Handschrift und Druck, die die unterschiedlichsten Formen und Funktionen annehmen k nnen. Er fokussiert besonders handschriftliche Interventionen in gedruckten B chern: Diese brechen den durch den Druck fixierten Text auf, indem sie ihn kommentieren, korrigieren oder erweitern. Sie weisen auf ver nderte Gebrauchskontexte, die Flexibilisierung vermeintlich statischer Autorschaftskonzepte und die Dynamik von Korrekturprozessen. Der Band pl diert in der interdisziplin ren Zusammenschau von Literatur-, Buch- und Geschichtswissenschaften f r einen neuen, materialit tsorientierten Blick auf alte Fragen der Literaturgeschichte des Druckzeitalters.