Das Verh ltnis von Philosophie und Rhetorik wird in der Forschungsliteratur meist als eines der Entgegensetzung und des wechselseitigen Ausschlusses beschrieben. Dabei wird dem berzeitlichen Wahrheitsanspruch der Philosophie die kontextabh ngige Wirkungsabsicht der Rhetorik gegen bergestellt. W hrend Philosophie auf sicheres Wissen und Erkenntnis ziele, gehe es der Rhetorik nicht um Wahrheit, sondern um die blo e Wahrscheinlichkeit und Meinung. Das kann allerdings nicht dar ber hinwegt uschen, dass Philosophie und Rhetorik auf grunds tzliche Weise aufeinander verwiesen bleiben. Denn allein in der Notwendigkeit, ihren Wahrheitsanspruch ffentlich durchsetzen zu m ssen und in der Frage nach der ad quaten Wahl der Ausdrucksmittel, muss sich Philosophie notwendig rhetorischer Verfahren bedienen. Entsprechend hinterfragt eine rhetorische informierte Philosophie das intellektualistische Ideal einer transparenten und selbstexplikativen philosophischen Sprache. Sie unterstreicht demgegen ber die Materialit t, Literarizit t, Performativit t und Historizit t philosophischen Sprechens. In diesem Sinne zielt das Handbuch Rhetorik und Philosophie auf ein Denken, das sich des paradoxen Verh ltnisses von Philosophie und Rhetorik bewusst bleibt.
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