Die Beschreibung der Dimension der Possession - formale Ausdruckweisen, Interpretationen der Relationen und auch deren Einschr nkungen - ist ein in der Linguistik seit dem Anfang des letzten Jahrhunderts gut dokumentiertes und erforschtes Themengebiet. In der Uralistik - der Sprachwissenschaft der uralischen Sprachen wie beispielsweise dem Finnischen und Ungarischen - lehnt sich die Beschreibung der Dimension Possession dabei stark an die Forschung zur Possession in den indo-europ ischen Sprachen an. Beide Sprachfamilien unterscheiden sich jedoch typologisch, sodass auch die Strukturen zum Ausdruck von Possession mitunter stark voneinander abweichen. Dies f hrte unter anderem dazu, dass sich bei der Beschreibung des Possessivsuffixes, des Hauptbestandteils der Possessivkonstruktionen der uralischen Sprachen, eine Zweiteilung in possessive Funktionen und nicht-possessive Funktionen (d.h. solche Funktionen, die nicht mit dem Beschreibungsmodell anderer Sprachfamilien abgedeckt werden k nnen) etabliert hat. Erst j ngere Abhandlungen beginnen, mit Ber cksichtigung neuerer linguistischer Forschungsans tze, mit einer Re-Evaluation des Themas. So widmet sich dieses Buch einer Re-Analyse der Funktionen des Possessivsuffixes im ugrischen Sprachzweig der uralischen Sprachen (Ungarisch, Chantisch und Mansisch). Die Autorin verzichtet dabei auf die bisherige Zweiteilung possessiv und nicht-possessiv und beschreibt stattdessen das Possessivsuffix anhand seiner tats chlichen Vorkommen im Text. Die Arbeit ber cksichtigt anerkannte theoretische Grundlagen z.B. aus der kognitiven Linguistik, zieht neue Forschungsans tze wie die Informations-Strukturierung und die Referenz-Linguistik mit heran und ist in erster Linie korpus-basiert.
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