Bereits im Alter von sechs Jahren zeigte sich Fritz Griebels kunstlerische Begabung. Er fertigte in diesen jungen Jahren akribische Pflanzenstudien an und interessierte sich fortan fur verschiedene kunstlerische Techniken. Dies zeigt sich u. a. daran, dass er, gerade 17 Jahre alt, selbst gestaltete Linoldruck-Postkarten versandte. Auf Grund einer bis heute ahnlich bestehenden Regelung fur begabte Schuler in Bayern konnte Griebel dann das Gymnasium vorzeitig verlassen und sein Studium beginnen. Er folgte damit seiner ausgepragten kunstlerischen Begabung und dem Wunsch, diese zum Beruf zu machen. Die Kombination der Lehren von Rudolf Schiestl (Kunstgewerbeschule Nurnberg) und Hans Meid (Hochschule fur Bildende Kunste Berlin) statteten Griebel sowohl mit dem Handwerkszeug eines Gebrauchsgraphikers, als auch den Fertigkeiten fur Freie Malerei aus. In Nurnberg studierte Griebel den Stil nach Albrecht Durer, in Berlin widmete er sich unter anderem der impressionistischen Malweise. Ein grosses Vorbild war Paul Cezanne. Wie stark aussere Umstande wie Weltkriege und Regierungswechsel oder der Zeitgeist in Form von neuen reformpadagogischen Bewegungen sich auf Fritz Griebels Illustrationen ausgewirkt haben, dieser Frage wird in diesem Buch nachgespurt. Im Fokus stehen dabei Arbeiten aus vier Projektbereichen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein konnten: Gottesgarten - Rechenfibel - Schattentheater - Mutterkalender Bei der ersten selbstandigen Veroffentlichung Fritz Griebels mit dem Titel "Gottesgarten" weist bereits der Untertitel darauf hin, was das Buchlein bietet: Scherenschnitte von Fritz Griebel in Begleitung alter Lieder. Gemeint sind christliche Liedtexte aus einem Kolner Gesangbuch von 1610. Die Rechenfibel ist ein Rechenbuch fur den Schulunterricht, das mithilfe von farbigen Abbildungen wie Luftballons, Obst, Personen oder Pflanzen den Schulerinnen und Schulern den Zahlenraum von 1-20 naher bringt. Dies geschieht durch einfache, in schwarzer Linie ausgefuhrte Zeichnungen Griebels, die in verschiedenen Farben koloriert sind. "Schattentheater" geht naher auf ein im Austausch mit dem Reformpadagogen Leo Weismantel entstandenes Schattenspielbuch mit Anleitungen und Papier-Vorlagen fur ein Schattentheater zum Nachbauen ein. Thematisiert werden Griebels Schattenschnitte zu Die Geheimnisse der zwolf heiligen Nachte, Der Totengraber von Feldberg und Die Reise um die Welt. Der vierte dargestellte Bereich behandelt Griebels Arbeiten zum "Mutterkalender". Uber einen Zeitraum von 39 Jahren entwickelte Fritz Griebel seit 1934 Motive fur den "Mutterkalender". Dieser Kalender wurde vom Bayerischen Mutterdienst der evangelischen Kirche und dem Muttergenesungswerk herausgegeben. Ziel war es, uberarbeiteten und erschopften Frauen vom Erlos des Kalenders Erholungsaufenthalte zu ermoglichen. Eingeleitet wird das vorliegende Buch durch Anmerkungen zu Forschungsstand und Quellenlage zum Thema sowie biographische Einblicke in Griebels Weg zum Illustrator, aber auch zu seiner Biographie im Allgemeinen.
Format:Hardcover
Language:German
ISBN:3897546191
ISBN13:9783897546196
Release Date:February 2023
Publisher:J.H. Roll Verlag
Length:120 Pages
Weight:1.88 lbs.
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Format: Hardcover
Condition: New
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