Wir haben so ziemlich alle Wohlstandsziele erreicht, geh ren zu den flih- renden Industriel ndern, haben die k rzeste Arbeitszeit, ein Einkommensni- veau der Spitzenklasse und ein soziales Sicherungssystem ohnegleichen. Ob dies so bleibt, h ngt erst einmal davon ab, ob wir auch k nftig so viel erwirt- schaften wie bisher. Freizeit und Wohlstand k nnen wir schlieBlich nur genie- Ben, wenn wir beides zuvor erarbeitet haben. Es w chst die Zahl der wamenden Stimmen, die darauf verweisen: Die Zeiten des Wohlstandsdenkens seien bald vorbei. Trotz deutlich gestiegener Bruttoeinkommen in den letzten Jahren verschlechtere sich die finanzielle Lage flir viele Bev lkerungsgruppen. Anspruchsmentalit t k nnten sich nicht mehr alle leisten. Daraus folgt: Die Grundlagen des Wohlstands zu erhalten und gerecht zu verteilen, wird angesichts der politischen Ver nderungen in Osteuropa in den n chsten Jahren sicher schwieriger werden. Schon heute wird weltweit mehr konsumiert als produziert, was zu Lasten der Entwick- lungsl nder geht. So kann der Konjunkturmotor in manchen westlichen Indu- striel ndern an Fahrt verlieren, doch die Konsumgesellschaft wird uns wohl auch in Zukunft erhalten bleiben. Vor dem Hintergrund der offenen Grenzen im Osten wird aber die Schere zwischen Arm und Reich immer sicht- und sp rbarer. Andererseits wird im Westen der Wohlstand wie ein letzter "Wert" verteidigt. Wohlstand mehren oder Wohlstand teilen: In einem multikulturellen Europa stellt sich die Frage nach Wirtschaftswachstum oder wirtschaftlichem Abstieg t glich neu. Wir k nnen auf Dauer nur in Frieden leben, wenn es keine InseIn des Wohlstands in einem Meer der Armut gibt.
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